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Das Biederstein ist Teil eines großen Ganzen – einem Ort und seiner Geschichte.

Bevor das Studentenwohnheim 1952 – 1956 erbaut wurde, befand sich hier das Schloss Biederstein zu Schwabing, das aus zwei verschieden alten Gebäuden bestand, dem sogenannten Altem Schloss und Neuem Schloss. Bereits zu Beginn des 18. Jahrhunderts wurde ein erstes, schlichtes Herrenhaus errichtet, das sich im Laufe der Zeit durch Umgestaltungen und Erweiterungen wandelte. In den 1820er Jahren folgte der Bau des Neuen Schlosses, das hundert Jahre später wieder abgerissen wurde. Nach der Zerstörung des Alten Schlosses im Zweiten Weltkrieg konnte aus den Ruinen das Studentenwohnheim am Biederstein, heute noch umgeben vom ehemaligen Schlosspark, erwachsen. Vom Schloss übriggeblieben ist lediglich das Gärtnerhäuschen und einige wenige Mauerreste. Das in den Neunzigern nachkonstruierte Schlosstor befindet sich heute im Mittelpunkt der Wohnanlage.

Aus dieser wechselvollen Vergangenheit ging ein ebenso lebendiges Studentenwohnheim hervor, um das sich viele Mythen und legendäre Geschichten ranken. Bezeichnet als Keimzelle der Münchner Studentenproteste in den Sechziger und Siebziger Jahren, erkämpften sich hier die Studenten Selbstverwaltung und Selbstbelegungsrecht, dessen Traditionen jahrzehntelange gepflegt wurden. Schnell entstand der sogenannte Biedersteiner Kellerfasching, der heute noch stattfindet, und wuchs zum größten Studentenfasching Bayerns heran, zu dem alljährlich viele Studenten, Nachbarn, ehemalige Bewohner und Leute von nah und fern strömen. Bis heute ist das Biederstein ein Ort der Gemeinschaft und des Austauschs geblieben.

Dieser Prozess aus Alt und Neu und der damit verbundene Erinnerungsschatz scheint manchmal in Vergessenheit zu geraten, kehrt dann und wann immer wieder zurück. Altes geht verloren, doch dieses Sediment aus Vergessen und Erinnern schafft Neues.

Der Keller des Wohnheims unterlag und unterliegt seit Jahrzehnten jenem stetigen Prozess der Veränderung und zeigt(e) dies in all seinen Farben und Schichten. Die Spuren der Zeit haben sich eingeschrieben, wurden verwischt, tauchen in manchen Ecken wieder auf und mit der partiellen Überarbeitung (Renovierung 2009/2010) sind jüngst neue Freiräume für Kreativität entstanden.

Nun soll eine neue Schicht aufgetragen werden, die die Fragmente aus Altem und Neuen zu einem Mosaik verbindet, um erneut in die Kellerräume einzudringen, sich diese anzueignen und um doch wieder in den Spuren der Zeit zu verschwinden.


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